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Am meisten stellen sich jene Abstinenzler in Gegensat0 zum Proletariat, die nach der Polizei rufen zur „Erziehung“ der Alkoholiker und gesetzliche Maßnahmen gegen die Trunkenen verlangen – was keineswegs zusammenfällt mit gesetzlichen Maßnahmen gegen die Trunksucht. Man kann die Trunksucht auch bekämpfen durch Beseitigung ihrer Ursachen, anstatt durch Regelung ihrer Opfer. Für jedes Gesetz, das die Trunkenheit bestraft, gilt mehr noch als für andere das Sprichwort: Die kleinen Diebe hängt man, die großen lässt man laufen. Es gilt bloß für die unbemittelten Trinker, die nicht im Stande sind, einen Wagen zu bezahlen. Die Bestrafung der Trunkenheit gibt der Polizei neue diskretionäre Machtmittel gegenüber dem Proletariat in die Hand: schon dieser Grund allein wäre für uns entscheidend, gegen eine Richtung aufzutreten, die ein solches Gesetz befürwortet.
Anscheinend harmloser als der Versuch, das Proletariat durch die Polizei zur Mäßigkeit zu erziehen, sind die Bestrebungen, durch Enthaltsamkeitsvereine in dieser Richtung zu wirken. Die Versuche, diese Vereinsbewegung auch in Deutschland einzubürgern, ja sogar in unserer Partei einzuschmuggeln, gaben, wie schon eingangs erwähnt, die Veranlassung zu vorliegendem Artikel. Wir wollen uns daher mit den Erfolgen und den Erfahrungen dieser Bewegung etwas eingehender befassen.
Dass sie gegenüber einer so alten und tiefbegründeten Volksgewohnhen, wie dem Alkoholkonsum, die durch die modernen Verhältnisse so mächtig gefördert, ja mitunter bis ins Übermaß angereizt wird, Erhebliches nicht leisten kann, darf man von vornherein erwarten. In der Tat sehen wir, dass in den Ländern, in denen die Enthaltsamkeitsbewegung am längsten besteht und am kräftigsten ist, der Konsum von geistigen Getränken keine andere Bewegung aufweist, als in Ländern, in denen eine Temperenzbewegung bisher noch nicht gediehen ist.
In den Vereinigten Staaten ist die Temperenzbewegung am ältesten und am fanatischsten, vielleicht auch am Einflussreichsten. Sie hat dort schon im Anfange unseres Jahrhunderts begonnen und ist in mehreren Staaten zur politischen Herrschaft gelangt. Und ihre Ergebnisse? Der Konsum an alkoholhaltigen Getränken wurde berechnet auf den Kopf der Bevölkerung (in Gallonen: 1 Gallone = 4,54 Liter):
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1840 |
1850 |
1860 |
1870 |
1880 |
1886 |
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Branntwein |
2,52 |
2,23 |
2,86 |
2,07 |
1,27 |
1,28 |
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Wein |
0,29 |
0,27 |
0,35 |
0,32 |
0,56 |
0,38 |
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Bier |
1,36 |
1,58 |
3,22 |
5,31 |
8,26 |
11,00 |
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Zusammen |
4,17 |
4,08 |
6,44 |
7,70 |
10,09 |
12,62 |
Der Schnapsgenuß hat also abgenommen; aber gleichzeitig hat der Konsum des von den Temperenzlern so verabscheuten Bieres enorm zugenommen. Das ist ein Ergebnis, das die speziellen Gegner des Branntweins, nicht aber die Temperenzler mit Freuden begrüßen dürfen. Ähnlich ist es in England gegangen, wo eine Temperenzbewegung seit dem Ende der zwanziger Jahre besteht.
Es betrug dort der Konsum pro Kopf:
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Branntwein |
Wein |
Bier |
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Branntwein |
Wein |
Bier |
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1857 |
4,54 |
1,04 |
101,9 |
1873 |
5,36 |
2,54 |
148,7 |
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1860 |
4,72 |
1,04 |
112,0 |
1874 |
5,59 |
2,41 |
151,7 |
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1863 |
3,77 |
1,59 |
109,0 |
1875 |
5,77 |
2,41 |
152,1 |
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1867 |
4,59 |
2,04 |
132,7 |
1876 |
5,72 |
2,54 |
157,1 |
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1869 |
4,32 |
2,18 |
127,1 |
1877 |
5,50 |
2,41 |
153,9 |
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1870 |
4,40 |
2,18 |
128,6 |
1878 |
5,60 |
2,18 |
153,1 |
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1871 |
4,59 |
2,32 |
134,3 |
1879 |
5,13 |
1,95 |
140,4 |
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1872 |
4,82 |
2,41 |
142,6 |
1880 |
4,72 |
2,09 |
143,9 |
Wir sehen, es ist im Allgemeinen eine Zunahme des Wein- und Bierkonsums zu bemerken, indeß der Schnapsgenuß mehr stationär bleibt.
Neuere Detailzahlen haben wir für England nicht bei der Hand. Die Staatseinnahmen an Zöllen und Steuern von geistigen Getränken überhaupt betrugen:
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1876 |
33.712.964 Pfund Sterling |
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1885 |
30.770.161 Pfund Sterling |
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1887 |
29.354.193 Pfund Sterling |
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1888 |
29.744.188 Pfund Sterling |
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1889 |
29.956.150 Pfund Sterling. [1] |
Seit 1887 nimmt der Konsum geistiger Getränke wieder zu, nachdem er vom Aufhören des „wirtschaftlichen Aufschwungs“ der siebziger Jahre an ein Jahrzehnt lang etwas zurückgegangen war.
Neben Amerika und England blüht die Temperenzbewegung nur noch in Schweden (seit den dreißiger Jahren). Sie ist dort wesentlich eine Bewegung gegen den Branntwein, der das wichtigste Volksgetränk bildet. Die Verhältnisse vor 1855 kann man zu Vergleichen nicht gut heranziehen, weil die „ziffermäßige Bemessung des jährlichen Konsums .... für die Zeit vor 1855 gänzlich unmöglich“ ist (Zur Alkoholfrage, S. 6) und weil 1854 eine einschneidende Gesetzgebung die Zahl der Branntweinbrennereien kolossal einschränkte (1853 zählte man 33.342 Brennereien, 1855 3.391). Von da an betrug der jährliche Konsum pro Kopf:
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1855 |
1856–60 |
1861–65 |
1866–70 |
1871–75 |
1876–80 |
1881–85 |
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Liter |
7,38 |
8,90 |
11,35 |
9,50 |
12,91 |
10,52 |
8,22 |
Die Ziffern des Bierkonsums haben wir leider in den uns zugänglichen Schriften nirgends verzeichnet gefunden.
Vergleichen wir damit das noch mit keiner Enthaltsamkeitsbewegung beglückte Deutschland. Es entfielen im Zollgebiet des Deutschen Reiches auf den Kopf:
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1875 |
1879–80 |
1882–83 |
1884–85 |
1885–86 |
1886–87 |
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Liter Bier |
93,2 |
82,8 |
84,8 |
90,0 |
88,0 |
94,6 |
Herr Dr. Simon hat uns in seinem Artikel auf die Tatsache verwiesen, dass der Trinkkonsum an Branntwein im deutschen Branntweinnsteuergebiet von 1839–86 von 1.571.000 auf 3.000.000 Hektoliter absoluten Alkohols gestiegen sei. Nun, selbst wenn wir diese Ziffern auch als exakt gelten lassen wollen, obwohl sie, wie Bär mittheilt, nur auf Berechnung, nicht auf Erhebung beruhen, sind sie nicht so schlimm, wenn man, was bei der Verwendung solcher Zahlen selbstverständlich, nicht bloß ihre absolute, sondern auch ihre relative Bedeutung angibt. Man findet dann, dass 1839 fast 7, 1886 etwas über 8 Liter Branntwein auf den Kopf der Bevölkerung kamen.
Genauer dürften folgende, auf amtliche Zahlen gestützte Daten sein. Danach betrug der Branntweinkonsum im Reichssteuergebiet pro Kopf:
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1870 |
1871 |
1872 |
1873 |
1874 |
1875 |
1876 |
1877–78 |
1878–79 |
1879–80 |
1880–81 |
1884–85 |
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Liter |
? |
7.5 |
7.8 |
9.6 |
8.8 |
9.6 |
10.8 |
10.0 |
8.6 |
9.0 |
8.4 |
8.6 |
Wir sehen, es steht in Deutschland mit dem Alkoholkonsum in keiner Weise schlechter, als in den Ländern, in denen eine starke Temperenzbewegung herrscht. Eine entschiedene Zunahme ist nicht zu bemerken, sondern ein stetes Schwanken, das jedenfalls hauptsächlich durch die ökonomischen Wandlungen bestimmt wird. Wenn die Geschäfte gut gehen, wird mehr getrunken, das ist ganz natürlich. Der Alkoholismus braucht deswegen in guten Zeiten nicht zuzunehmen, denn er hängt, wie wir schon gesehen, vielmehr davon ab, was man trinkt, wie man trinkt und in welcher Verfassung man trinkt, als wie viel man trinkt.
In Ländern, in denen eine Temperenzbewegung herrscht, werden die Schwankungen im Alkoholkonsum wohl auch mit bestimmt durch die Schwankungen in der Stärke dieser Bewegung. Denn diese ist keineswegs eine stetig und gleichmäßig an Stärke zunehmende. Sie hat etwas Konvulsivisches; wenn der moralische und physische Katzenjammer besonders stark wird, dann wächst sie plötzlich an, erfüllt das ganze Land mit ihrem Geschrei, macht überall Proselyten – nach einigen Jahren werden diese des faden Treibens wieder satt und schleichen nach und nach wieder zum Alkohol zurück. Die Bewegung reduziert sich dann wieder mehr auf Pfaffen, Fachleute, deren Beruf die Behandlung von Alkoholikern mit sich bringt, hysterische Weiber der verschiedensten Lebensalter, und Kinder, um nach einiger Zeit wieder neues Leben zu gewinnen. Wenn also zum Beispiel Seit einigen Jahren die Temperenzagitation in England wieder an Boden gewinnen sollte, so ist damit gar nicht gesagt, dass sie nicht nach weiteren paar Jahren wieder einschlafen wird.
Die Einwirkung der Temperenzbewegung auf die Größe des Alkoholkonsums des Landes ist, wie wir gesehen haben, eine minimale, unmessbare. Damit prunken denn auch die Temperenzler nicht, wohl aber mit der großen Zahl ihrer Anhänger.
Herr Dr. Simon konstatiert in seinem bereits erwähnten Artikel die „Tatsache, dass in Nordamerika, England und Norwegen und anderen Ländern es nicht weniger als zwanzig Millionen gibt, welche keinen Tropfen Alkohol trinken.” (a. a. O., S. 489)
Herr Dr. Simon teilt uns leider nicht mit, aus welcher Quelle er diese „Tatsache“ geschöpft hat. Bär gibt in seiner vor einem Jahr erschienenen Broschüre über die Trunksucht (S. 54) die Zahl der Mitglieder der Enthaltsamkeitsvereine in Großbritannien auf vier Millionen Mitglieder an. Die Zahl der Mitglieder der Enthaltsamkeitsvereine im Übrigen Europa darf man nach seinen Angaben auf etwa 500 000 annehmen. Wie stark die Temperenzvereine in Nordamerika sind, sagt uns Bär nicht, er teilt nur mit, sie seien nicht so zahlreich, wie in England. In seinem 1878 erschienenen Buch über den Alkoholismus sagt Bär (S. 886): „Die Enthaltsamkeitsfreunde zählen in den Vereinigten Staaten auch heute noch nach Hunderttausenden.“
Wo da die zwanzig Millionen herkommen sollen, wissen wir nicht.
Die größte Ausdehnung hat die Temperenzbewegung in England erreicht. Vier Millionen – das ist eine hübsche Armee in einer Bevölkerung von 38 Millionen.
Wir wollen annehmen, diese Zahl sei nicht übertrieben, obwohl die Abstinenzler es lieben – vielleicht in Ermangelung etwas Besseren – sich in großen Zahlen zu berauschen, wie wir gesehen, und obwohl die Zahl der englischen Temperenzler verschieden angegeben wird. Professor Bunge sagt: „In England beträgt die Zahl derer, die das Gelübde der völligen Enthaltung abgelegt haben, bereits fünf Millionen.“ Bär gibt, wie wir gesehen haben, ihre Zahl auf vier Millionen an. Diese Differenz weist gerade nicht auf besondere Genauigkeit der statistischen Angaben hin. Vorsichtiger drückt sich schon die mehrere Male erwähnte schweizerische Publikation „zur Alkoholfrage“ aus: „Die Mitgliedschaft aller Abstinenzgesellschaften wird auf vier Millionen geschätzt.“ (S. 456) [2] Nach Bäres zählten die Temperenzler in England 1861 drei Millionen, worunter drei Viertel nicht zu den eingeschriebenen Mitgliedern der Gesellschaften gehören, also auch nicht kontrollierbar waren.
Jedenfalls ist es für eine Bewegung, die vier Millionen Mitglieder umfasst, höchst schäbig, wenn sie zu ihren Petitionen an das Parlament nicht mehr als 70.000–160.000 Unterschichten aufzubringen vermag.
Indes lassen wir das. Aber man dürfte doch erwarten, wenn die Abstinenzler mit Stolz auf die vier Millionen englischer Genossen hinweisen, dass diese vornehmlichen Leute seien, die ohne die Temperenzagitation Alkohol konsumieren würden. Tatsächlich besteht aber die Mehrheit der Temperenzler Englands aus Personen, die von vornherein durch die Verhältnisse weniger zum Alkoholkonsum hingedrängt werden, nämlich Frauen [3] und Kinder. Ja, die Schulkinder bilden eines der Hauptobjekte der Temperenzagitation. Man scheut nicht die lächerliche Komödie, Kindern das Gelöbnis abzunehmen, ihr ganzes Leben lang der geistigen Getränke sich zu enthalten, und bildet sich allen Ernstes ein, sie dadurch „gerettet“ zu haben. [4]
Wie viele unter den „vier Millionen“ ehemalige Alkoholtrinker sind, erfahren wir nicht; noch weniger natürlich, wie viele davon fortfahren, Alkohol zu trinken. Herr Dr. Simon verrät ein beneidenswertes Zutrauen zur Menschheit, wenn er mit großer Bestimmtheit behauptet, dass von den zwanzig Millionen Teetotalers, die er, wir wissen nicht, wo, entdeckt hat, keiner ein Tropfen Alkohol anrühre. [5] Im besten Fall kann man doch nur von ihnen behaupten, dass sie gelobt halten, keinen mehr trinken zu wollen. Der Weg zur Hölle ist aber bekanntlich mit guten Vorsätzen gepflastert. Wir sind „zynisch“ genug, für keinen einzigen Teetotaler die Garantie zu übernehmen, dass er seinem Gelübde bis zu seinem Lebensende treu bleibt.
Indes, wenn die Abstinenzler auch wahrscheinlich bei Weitem nicht so zahlreich sind, wie sie von sich selbst behaupten, so muss man doch gestehen, dass sie eine gewisse Macht in England bilden. Aber die Verhältnisse sind ihnen dort – in ähnlicher Weise auch in den Vereinigten Staaten und Schweden – in besonderer Weise günstig.
Zunächst ist da des puritanischen Zuges zu gedenken, der namentlich das Kleinbürgertum in England, noch mehr in Schottland, seit dem 16. Jahrhundert befallen hat. Dieser puritanische Zug machte sich in 16. Jahrhundert auch in Deutschland unter Handwerkern, Bauern und Proletariern bemerkbar. Ausgebeutet und misshandelt, sahen sie die irdischen Genüsse immer mehr nur in der Gestalt der schamlosen, üppigen Schwelgereien ihrer Ausbeuter, der Adeligen, Kaufleute, Höflinge. Mit ihrer Opposition gegen die Ausbeuter stieg auch ihre Opposition gegen deren Übermut und Lebensfreudigkeit. Angesichts des allgemeinen Elends der Ausbeuteten erschien diesen jede Freude, jede Lustbarkeit sündhaft, als ein Versuch, die Sünden der Großen nachzuahmen. So entstand der englische Sonntag. Diese Geistesstimmung des Kleinbürgers entsprach ganz der der aufkeimenden industriellen Bourgeoisie, deren Profit noch klein, deren Akkumulationsdrang groß war, in deren Augen die Entsagung als die höchste Bürgertugend galt.
In dieser düstern puritanischen Auffassung, die in Frankreich und Deutschland durch andere Einflüsse zum größten Theil paralysiert wurde, die aber dafür die Yankees besonders ausbildeten, fand ein Kampf gegen den Alkoholgenuss einen wohl vorbereiteten Boden. Aber aus historischen Verhältnissen hervorgegangen, die heute verschwunden sind, hat der puritanische Geist fast kaum noch eine materielle Stütze mehr; er existiert nur noch in der Tradition, bei den Hütern traditioneller Vorstellungen, bei den Muckern und ihren Pfaffen. Und so ist denn auch die Abstinenzbewegung vorwiegend eine Muckerbewegung geworden. Der der Abstinenz sehr günstig bestimmte Bär spricht von den „Temperenzvereinen in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, die meist aus Vollblutamerikanern gleichzeitig mit puritanischem Charakter“ bestehen, und bei denen das spezifische Sektentum und das puritanische Kirchenleben“ so stark sind, „dass Temperenztum mit Intoleranz und Fanatismus in den Vereinigten Staaten sich zu decken scheinen.“ „Dieselbe dogmatisch=kirchliche Färbung der Mäßigkeitsbewegung“ hat Bär auch in England gefunden.
Der Pietismus ist in der Regel mit einer gewissen Arroganz verbunden. Der Fromme fühlt sich besser, als seine sündigen Mitmenschen. Diesen pharisäerhaften Zug hat er auch dem Teetotalismus mitgeteilt. „Er ist intolerant,“ schreibt ein englisches Blatt, „und erhebt sich zu sehr über die anderen Massen schon allein dadurch, dass er diesen ein Vorbild sein will. Dieses Bewusstsein gibt den Anhängern einen gewissen Impuls, aber auch den Zug eines anmaßenden Dogmatismus und dieses wieder erweckt Misstrauen und Antipathie bei denen, die mit der Trunksucht auch nicht sympathisieren, sich aber dem Dogmatismus doch nicht unterwerfen wollen.“
Endlich hat der pietistische Charakter des Abstinenzbewegung in England und Amerika ihr noch zwei weitere Züge aufgeprägt: den Fanatismus und die Heuchelei.
Wurde die Temperenzbewegung durch den puritanischen und pietistischen Charakter eines großen Theils der Bevölkerung begünstigt, so kam es auf der anderen Seite dahin, dass die Enthaltung von geistigen Getränken für das Zeichen besonderen Puritanismus oder besonderer Sittenstrenge angesehen wurde. Wurden die Frommen leicht Temperenzler, so nahm auch Jeder, der den Schein der Frömmigkeit erwecken wollte, den Schein der Temperenz an. Jeder, der sich seinen Antheil aus dem großen Geldbeutel sichern will, über den die verschiedenen religiösen Sekten Englands und Amerikas verfügen, tut gut, vor der Welt Wasser zu predigen. Ob er heimlich Wein oder Schlimmeres trinkt, hat nichts zur Sache. So ist die geheuchelte Temperenz besonders stark verbreitet in der Geistlichkeit und bei denjenigen, die auf die Almosen frommer Seelen spekulieren. Wer diese Sorte von „Enthaltsamkeit“ kennen lernen will, und nicht Gelegenheit hat, sie in England selbst zu studieren, dem empfehlen wir den Bruder Stiggins der United Grand Junction Ebenezer Temperance Association in den Dickens’ The Pickwick Papers zur Beachtung. [6]
Die Heuchelei selbst erzeugt aus sich heraus schon einen gewissen Fanatismus. Wer für eine Sache eintritt, an die er nicht glaubt, wird stets geneigt sein, sein Interesse für sie in übertriebener Weise kund zu tun.
Aber der Temperenzfanatismus hat in England noch andere Quellen. Bernstein hat jüngst in der Neuen Zeit in seinem Artikel über Carlyle und die sozialpolitische Entwicklung Englands darauf hingewiesen, dass dort die empirische Denkweise vorherrscht, die „alle Verallgemeinerung vorsichtig meldet.“ [7] Ich glaube auch, dass er ganz richtig die Ursache dieser Erscheinung darin sucht, dass das englische Bürgertum früher als ein anderes sich vom Mittelalter zu emanzipieren hatte. Die ökonomische Entwicklung drängte ihm die Lösung einer Reihe von Fragen auf, ehe noch die Theorie sich ihrer bemächtigt hatte. Es musste sie lösen, ohne Einsicht in die großen gesellschaftlichen Zusammenhänge, tappend, experimentierend, stüdweise, systemlos, von Fall zu Fall. Dies ist der Charakter der ganzen sozialen und politischen Entwicklung Englands seit dem Mittelalter, und der Volkscharakter ist dementsprechend beeinflusst worden.
Der Engländer liebt es nicht nur „praktisch“ zu sein, das heißt, sich bloß um das Zunächstliegende zu kümmern; er liebt es auch, beim Zunächstliegenden immer nur eine Seite ins Auge zu fassen und auf diese seine Aufmerksamkeit zu konzentrieren. Auch die englische Sozialdemokratie hat die Rechnung tragen müssen. Sie hat erst dann auf die Massen Einfluss gewonnen, als eine ihrer besonderen praktischen Forderungen, der Achtstundentag, zu einer populären Forderung wurde, und seitdem ist die Agitation für den achtstündigen Normalarbeitstag immer mehr gleichbedeutend geworden mit sozialistischer Propaganda.
Eine solche Reduzierung der Angriffspunkte hat natürlich manche Vorteile. Sie erlaubt, alle Kräfte auf einen oder zwei Punkte zu konzentrieren und dadurch dem Angriff größere Wucht zu verleihen. Sie führt aber auch mannigfache Gefahren mit sich, namentlich dann, wenn die Einseitigkeit nicht auf absichtlicher, planmäßiger Selbstbeschränkung beruht, wenn sie nicht gepaart ist mit einem Überblick über das allgemeine Kampfesgebiet, sondern wenn sie Hand in Hand geht oder verursacht wird durch mangelnde Einsicht, durch die Unfähigkeit, mehr als das Zunächstliegende zu sehen. Dann erscheint nur zu leicht das Uebel, das man augenblicklich bekämpft, als das einzige Grundübel; und das Mittel, das man ausschließlich anwendet zur Bekämpfung des Uebels, wird zum Selbstzweck. An Stelle eines allgemeinen Klassenkampfes, eines Parteikampfes tritt verbohrte Sektiererei.
England ist denn auch nicht bloß das Land der praktischen Politik und der systemlosen Gesetzmacherei, sondern auch das Land der Sekten. Nicht bloß der religiösen Sekten. [8] Es wimmelt da auch von antireligiösen Sekten und sozialpolitischen Sekten aller Art. Auch die Temperenzbewegung ist zur Sektiererei geworden, und neben dem Puritanismus ist es der sektiererische Geist der Engländer, der ihr den größten Vorschub geleistet. Der Sektierer wird aber nur zu leicht zum Fanatiker. Er ist einseitig, die Wirklichkeit aber ist vielseitig; soll er nicht irre werden in seiner Überzeugung, dann muss er sich der Wirklichkeit hartnäckig verschließen, gewissermaßen Scheuleder vor seinen Augen anbringen, damit er ja nicht rechts und nicht links, sondern nur gerade aussehen kann. Aber er kann es doch nicht vermeiden, dass alle Augenblicke ein Strahl der Wirklichkeit an seinem Aug vorbeiblitzt; natürlich bringt ein solcher ihn, sobald er erst einmal seine Scheuleder angelegt hat, nicht mehr zur Vernunft, sondern macht ihn nur noch toller, noch abwehrender gegen jede andere Meinung, jede Tatsache, die nicht in seinen Kram passt.
Der Parteimann hasst seinen Gegner, zu dem er in einem wirklichen Interessengegensatz steht. Dieser Hass braucht ihn nicht blind zu machen gegen die Wahrheit, gegen die Wirklichkeit. Im Gegenteil, je besser er diese erkennt, desto besser kann er seine Sache führen. Man kann ein entschiedener Parteimann sein und doch ein unparteiischer Denker. Der Sektierer hasst jeden, der nicht auf sein Steckenpferd schwört, ob er in einem Interessengegensatz zu ihm steht, oder nicht; er hasst die Wirklichkeit, die ihm höchstens bedingt Recht geben kann, nie aber unbedingt, wie er es verlangt. Der Sektierer kann daher die volle Wahrheit nicht vertragen, er muss sich selbst belügen, muss übertreiben, ja, er wird oft sogar zur Fälschung getrieben [9]; er muss, wenn er nicht einen Interessengegensatz zwischen sich und seinem Gegner herausfinden kann, dessen abweichende Meinung auf Ignoranz oder Böswilligkeit zurückführen. Er hasst nicht bloß seinen Gegner, wie der Parteimann, er verachtet ihn. So wird der Sektierer nur zu leicht zum Fanatiker.
Auch die englische und amerikanische Temperenzbewegung ermangelt dieses Charakterzugs nicht. Wir erinnern namentlich an den amerikanischen Temperenzfeldzug der Frauen im Jahre 1874. [10]
Dass alle die eben erörterten Vorbedingungen, die der Temperenzbewegung in England und Amerika so gewaltigen Vorschub geleistet haben, in Deutschland fehlen, brauchen wir wohl nicht ausführlicher zu erörtern. Eine Temperenzbewegung kann schon aus diesem Grunde bei uns längst nicht die Ausdehnung der englischen und amerikanischen erlangen.
Freilich, ganz frei sind wird auch in Deutschland nicht von Puritanismus und Sektiererei. Aber gerade dies ist ein Grund für uns, jedem Versuch einer Temperenzbewegung entgegenzutreten. Denn wie eine solche Bewegung in Puritanismus und Sektengeist ihre beste Stütze findet, so muss sie anderseits überall, wo sie gedeiht, deren Keime zur Entfaltung bringen; sie muss namentlich einen sektiererischen Fanatismus erzeugen, der, wenn er größere Massen ergreift – und darauf ist doch die Temperenzbewegung berechnet – den Klassenkampf auf das empfindlichste stören muss.
Zu einer solchen Bewegung sind in Deutschland bisher kaum die Ansätze vorhanden, der sektiererische Fanatismus tritt aber bereits zu Tage. Als ein sprechendes Zeugnis davon erscheint uns das bekannte Drama von Gerhart Hauptmann: Vor Sonnenaufgang.
Man hat dieses Drama ein sozialistisches genannt. Wir haben nichts von einer sozialistischen Tendenz darin entdecken können, es sei denn, dass sie darin liegen solle, dass der Held oder wenn man lieber will, der Repräsentant des Dichters, A. Loth, einige geheimnisvolle Andeutungen von sozialistischen Kolonien fallen lässt, die doch nicht ganz „ohne“ seien. Man kann es ein anklagendes Drama nehmen: es klagt die moderne Gesellschaft an, indem es ihre Fäulnis bloßlegt, so naturgetreten bloßlegt, dass einem der Verwesungsgeruch beim Lesen förmlich in die Nase steigt. Aber es zeigt eben nur die Fäulnis, nur den Moderduft, man bekommt nur die absterbende Gesellschaft zu sehen, nicht aber die Keime der kommenden. Herr Loth spricht zwar von dieser Gesellschaft, aber man sieht keines ihrer Elemente: Alles ist verkommen, die Bauern, die Landarbeiter, die Bergleute. Mag sein, dass dies in der Gegend, in der das Drama spielt, zutrifft, aber die Tendenz des Dramatikers zeigt sich schon in der Wahl seines Stoffes und seiner Charaktere. Dass unser jüngstes Deutschland nur die Verkommenheit sieht, dass es das Proletariat mit Vorliebe nur in der Branntweinkneipe und im Bordell aufsucht, dass es vom kämpfenden Proletariat keine Notiz nimmt, dass es nicht weiß, dass der Idealismus des kämpfenden Proletariers ebenso Wirklichkeit ist, wie die sorgfältig registrierten Läufe des Bettlers oder das Rülpsen des Trunkenbolds, ja, dass jener Idealismus vielleicht doch wichtiger und bedeutsamer ist, als diese etwas unappetitlichen Dinge, beweist, dass es vom modernen Sozialismus keine Ahnung hat und dass es im besten Falle im Entrüstungssozialismus und der Utopisterei der Anfänge unseres Jahrhundert steckt – allerdings mit dem Unterschied, dass der Utopismus jener Zeit ein tatkräftiger war, der heutige sich auf Worte beschränkt. So ist denn auch der Sozialist im Stück des Herrn Gerhart Hauptmann ein bürgerlicher Ideologe, der sehr viel von den großen Dingen spricht, die er zu Gunsten der Ausgebeuteten einmal tun wird: was er wirklich tut, werden wir gleichsehen.
Loth ist ein Temperenzler; seine Enthaltsamkeit kommt im Stück viel energischer zur Geltung, als sein Sozialismus. Er, der Wassertrinker, gerät in eine Gegend, in der Alles versoffen und gräulich verkommen ist. In einer Familie, in der Gemeinheit, Ehebruch, Blutschande zu den alltäglichen Dingen gehören, wie uns handgreiflich vor Augen geführt wird, trifft er ein charaktervolles Mädchen, das sich in diesem Pfuhl rein erhalten hat. Beide finden sich und Helene klammert sich an Loth an als ihren Retter, den einzigen, der sie vor dem Verderben bewahren kann. Alles geht gut; das Mädchen ist großjährig, hat Geld – worauf unser nüchterner Held großes Gewicht legt. Da erfährt Loth, ihr Vater sei ein Trunkenbold.
Das führt zur Katastrophe. Man sollte meinen, dieser Umstand sei ein Grund mehr für Loth, das Mädchen seiner jetzigen Umgebung zu entreißen. Aber nein. Er hat irgendwo – vielleicht bei Bunge, den er zitiert – gelesen, dass die Trunksucht sich vererbt. Freilich ist der Einfluss der Trunksucht auf die Nachkommenschaft keineswegs festgestellt; man kann noch nicht scharf, sondern, wie weit die Trunksucht bei Kindern von Säufern auf Vererbung, wie weit auf dem Einfluss der Umgebung beruht; man weiß aber auch, dass Trunksüchtige mitunter gesunde Kinder haben: Helene selbst, deren Mutter ja nicht trank, ist ein lebendes Beispiel davon. Sie ist in der furchtbarsten Atmosphäre 25 Jahre alt geworden, ohne angesteckt zu werden; ein Beweis, dass sie geistig und körperlich gesund ist. Und Loth liebt sie, er weiß, dass er sie dem Verderben preisgibt, wenn er sie von sich stößt: aber es könnte doch noch etwas von der Trunksucht des Vaters an ihr haften geblieben sein, und das genügt für Loth, Helenen, die voll Vertrauen und Hingebung ihr Leben in seine Hand gelegt, ohne Weiteres einen Fußtritt zu versetzen, der sie in den Abgrund stürzt.
Man muss ein Fanatiker der Temperenz sein, um in diesem Entschluss des Helden des Herrn Gerhart Hauptmann Heroismus zu finden. Wir haben den Eindruck empfangen, Loth sei ein erbärmlicher Feigling. Die Katastrophe ist nicht tragisch, sondern barbarisch: der vorsichtige Held beugt jeder Möglichkeit einer für ihn tragischen Wendung dadurch vor, dass er Reißaus nimmt und sein Mädchen sitzen lässt.
Loth, der seinen Enthaltsamkeitstraktätchen mehr glaubt, als der Wirklichkeit, die ihm Helene in voller Blüthe zeigt; der vermeint, einer übertriebenen Temperenzhypothese mehr Gehorsam schuldig zu sein, als den Geboten der Ehre und der Menschlichkeit, er ist der richtige Typus des Temperenzfanatikers, der der Mäßigkeit zu Liebe heute seine Geliebte verrät und im Stande ist, aus demselben Grunde morgen seine Partei zu verraten.
Bisher existiert Loth wohl nur in der Phantasie: aber er würde sicher zur Wirklichkeit, wenn eine Temperenzbewegung in unseren Reihen Eingang fände. Herr Dr. Simon schließt seinen Artikel mit der Erklärung: „Für eine sozialistische Zukunftsgesellschaft, die ebenso im Weine degenerieren würde, wie etwa die heutige Bourgeoisie, empfinden wir speziell nicht das mindeste Interesse.“ Wir haben eine viel zu gute Meinung von Dr. Simon, um anzunehmen, dass dieser Passus in seinem buchstäblichen Sine aufzufassen sei. Aber wenn wir eine sozialistische Temperenzbewegung bekommen, dann erstehen auch Fanatiker der Temperenz in unserer Mitte, die den Klassenkampf des Proletariats gegen die Bourgeoisie nur mitmachen unter der Bedingung, dass er auch ein Kampf ist gegen jeden Alkoholgenuss, und die sich gegen das Proletariat wenden, wenn dieses an seinem Bier festhält.
Wo in England und Amerika die Temperenzbewegung stark geworden ist, da hat sie zu politischer Korruption geführt. Der Temperenzler wählt nicht den Kandidaten, der seine Klasseninteressen, der seine politische Überzeugung vertritt, sondern denjenigen, der keine geistigen Getränke trinkt und verspricht, den Wirten das Leben sauer zu machen. Der Arbeiter, der der Temperenzbewegung verfallen ist, wählt lieber seinen größten Feind, wenn dieser bloß Wasser trinkt, als einen Genossen, der es für keine Sünde hält, seine Lippen mit Bier zu benetzen.
Ein ähnliches Bild bietet jede Sektenbewegung, jede Bewegung, die sich an Stelle des Klassenkampfes bloß die Bekämpfung eines einzelnen Missstandes unserer Gesellschaft zur Aufgabe setzt. Der Gegensatz zwischen Bourgeoisie und Proletariat ist unüberbrückbar. Dagegen gibt es vielleicht keinen einzigen besonderen Missstand unserer Gesellschaft, der bloß das Proletariat allein bedrückte, der nicht auch von manchem Bourgeois unangenehm empfunden würde und ihn zu seiner Bekämpfung geneigt machte, wenn sie eben bloß diesem Missstand, nicht dem ganzen gesellschaftlichen System gilt, das ihn erzeugt. Eine jede Bewegung, die bloß einer Teilerscheinung unserer Gesellschaft gilt, ist daher geeignet, eine Brücke zwischen dem Proletariat und der Bourgeoisie zu bilden und den Klassenkampf abzuschwächen. Die schon berührte Neigung der Engländer zu solchen einseitigen, sektiererischen Teilbewegungen (Rettung der Prostituierten, Förderung der Schiedsgerichte zwischen den Nationen, Bekämpfung der Trunksucht etc. etc.) ist wohl auch eine der Ursachen, dass trotz der Höhe der ökonomischen Entwicklung Englands der Sozialismus dort schwerer Eingang findet, das Verhältnis zwischen Bourgeoisie und Proletariat ein besseres ist, als anderswo.
Aber solche Sonderbewegungen fördern nicht nur die Überbrückung der Kluft zwischen Bourgeoisie und Proletariat, sie sind sehr oft auch geeignet, einen Keil in das Proletariat selbst zu treiben; sie vereinigen nicht nur einander entgegenstehende Elemente, sondern trennen auch zusammengehörige.
Nehmen wir zum Beispiel die Freidenkerbewegung. Wo diese in der Sozialdemokratie sich breit macht, wird der freidenkende Proletarier in Gegensatz gebracht zum gläubigen. Der letztere wird abgestoßen, und, auf sich selbst angewiesen, sieht er sich in seinen Emanzipationsbestrebungen gehemmt. Die Isolierung schwächt seine Kraft und er muss alle die Fehler noch einmal machen, welche seine vorgeschrittenen Genossen vor ihm gemacht; er muss gleich ihnen Lehrgeld zahlen, statt aus ihren Erfahrungen Nutzen zu ziehen. Die Freidenkerbewegung wird unter diesen Umständen ein Mittel, die Emanzipationsbewegung des Proletariats zu verlangsamen.
Auf der anderen Seite wird sie zu einem Bande, das die freidenkenden Proletarier mit dem freidenkenden Bourgeois verbindet. Der richtige Freidenker sieht mit Verachtung auf den katholischen oder protestantischen Proletarier herab; er empfindet dagegen große Verehrung für den atheistischen Bourgeois, wenn auch dieser der größte Ausbeuter, der größte Gegner der proletarischen Bewegung ist. Der Klassenkampf wird dadurch gestört.
Aus diesem Grunde haben denn auch unsere einsichtigsten Führer alle, trotzdem sie sämtlich Ungläubige sind und trotzdem bei 90, vielleicht bei 99 Prozent unserer Parteigenossen das Gleiche der Fall ist, doch stets dagegen protestiert, dass in unseren Reihen eine besondere Freidenkerbewegung Raum finde, und die Mehrheit der Parteigenossen hat ihnen jeder Zeit zugestimmt. Eine solche Bewegung stört und verwirrt den Klassenkampf, sie hemmt die Entfaltung der Klassengegensätze.
Gilt dies von einer Bewegung, deren Inhalt die, oft begeisterte, Zustimmung der weitaus größten Masse unserer Genossen findet, so muss dies noch mehr gelten von allen Sonderbewegungen, deren Inhalt nur auf geteilte Zustimmung in unseren Reihen rechnen kann, und gar von Bewegungen, über deren Inhalt nur die Fachwissenschaft urteilen kann und über deren Berechtigung in Fachkreisen die größten Differenzen herrschen. Zu den Bewegungen letzterer Art gehören aber nicht bloß die für Vegetarianismus, Naturheilkunde (was immer man unter diesem vieldeutigen Namen verstehen mag), Wollregime etc., sondern auch die Bewegung für völlige Enthaltung vom Alkoholgenuss. Die Wissenschaft ist über die Wirkungen des Alkohols auf den menschlichen Organismus nichts weniger als einig, wie schon im Eingang unseres Artikels bemerkt.
Wir haben seit Jahrzehnten „eingefleischte“ Vegetarianer in unseren Reihen, die überzeugt sind, dass der Fleisch Genuss schädlich sei. Es ist aber keinem eingefallen, in unserer Partei eine Agitation für den Vegetarianismus zu eröffnen, etwa mit der Motivierung, nur der Vegetarianismus könne ein Geschlecht schaffen, das moralisch und physisch genügend hochstehe, den Sozialismus durchzuführen, und ein Sozialismus ohne Vegetarianismus sei ihnen völlig gleichgiltig. Sie haben erkannt, dass eine solche Bewegung in unsere Mitte nicht gehört.
Wir haben auch seit Jahren Parteigenossen, die überzeugt sind von der Schädlichkeit des Alkoholgenusses. Wir finden sie in Deutschland, namentlich in ärztlichen Kreisen, wir finden sie besonders zahlreich in England. Bekanntlich ist auch John Burns „Abstainer“. Aber kaum einem von ihnen ist ein bisher eingefallen, ihre Stellung, die mitunter höchst angesehen, zur Propaganda ihrer Ansichten über den Alkohol zu benützen. So schädlich ihnen auch der Alkoholgenuss erscheint, noch viel schädlicher erscheint es ihnen, dem kämpfenden Proletariat einen Prügel in der Gestalt einer Temperenzbewegung zwischen die Beine zu werfen. Und als einsichtige Sozialisten sehen sie auch die Ursachen des Alkoholismus in den modernen Verhältnissen und nicht in der angeborenen Unmäßigkeit der Menschen. Sie suchen die Menschen zu ändern durch die Änderung der Verhältnisse, nicht die Verhältnisse durch die von Predigten und guten Vorsätzen erwartete Änderung der Menschen.
1. Adolf Bär, Die Trunksucht und ihre Abwehr. Ein Beitrag zum derzeitigen Stand der Alkoholfrage. Leipzig, 1890, S. 7.
2. Dass diese Schätzung eher zu hoch als zu niedrig ist, deutet eine Bemerkung des eben erwähnten Werkes über verschiedene Temperenzgesellschaften an: „Der Jahresbericht der British Women’s Temperance Association enthält für die 95 Sektionen 93 Sektionsberichte; im Allgemeinen weht darin ein gewisser Mumienduft; es macht einem den Eindruck, als wären die meisten Sektionen auf den Aussterbeetat gesetzt und bemühten sich, dieses Verhältnis möglichst zu bemänteln. Aus zweien derselben erfährt man, in wie weit die durch die Blaubandbewegung neugewonnenen Rekruten ihre Gelübde zu halten pflegten. An einem Orte sollen 1.050 das Gelübde getan, innerhalb des Monats 120 dasselbe gebrochen haben; allerdings hätten von diesen letzteren 48 sich wieder zum Anschluss bewegen lassen.
„An einem anderen Ort hielten 74 Prozent ihr Gelübde, 4 Prozent fielen ab, die übrigen 22 Prozent hatten in Betreff ihrer Namen und Wohnungen falsche Angaben gemacht (!) und konnten vom Besuchskomitee nicht aufgefunden werden. Die British Temperance League scheint finanziell auch nicht gerade in glänzenden Umständen zu sein, wenigstens führt sie Klage, dass ihr Vorrat an gedruckten Schriften beinahe erschöpft sei, ohne dass sie die Mittel besitze, diesem Mangel nachzuhelfen.“ (S. 465.)
3. Missgünstigen Alkoholisten zufolge soll auch die Anwesenheit vieler Männer in den Temperenzvereinen nur den Frauen geschuldet sein: „Böswillige behaupten und wohl nicht ganz ohne Grund, dass die jungen Männer, die sich den Mässigkeitsvereinen anschlössen, in der Mehrheit nach einer Periode des Alkoholgenusses ein Bedürfnis nach Abwechslung empfanden, wie sie am besten eine Periode des vertraulichen Umgangs mit den reizenden jungen Damen der Vereine gewähren konnte, dass sie aber, sobald dieses gestillt und wiederum ein neues Bedürfniss nach Abwechslung eintrat, auch diesem wieder bereitwillig folgten.“ John H. Becker, Sociale und politische Zustände in den Vereinigten Staaten Nordamerikas. Augsburg, 1879. S. 293.
4. Über die Anzahl der Kinder unter den „Teetotalers“, wie die Abstinenzler in England heißen, haben wir bestimmte Angaben sei den sonst so zahlenfreudigen Alkoholgegnern nicht gefunden. Bezeichnend ist, dass die Jugendzeitschrift der Temperenzler, die Band of Hope Review nach deren Angabe eine Auflage von mehr als 250.000 Exemplaren hat. In der Armee zählen die Abstinenzler 1871 in 126 Regimentern 6.679 Anhänger, darunter 1.628 Kinder – fast ein Viertel! Wie groß mag da der Prozentsatz außerhalb der Armee sein? – In Hannover entfaltete in den vierziger Jahren ein Kaplan, I. M. Seling, nach englischem Muster eine Enthaltsamkeitsagitation. 82.000 Menschen soll er gewonnen haben – darunter waren 27.000 Frauen und 30.000 Kinder, dagegen nur 25.000 Männer.
5. Wir sehen hier ganz davon ab, dass Mancher den Teufel durch Beelzebub vertreibt, dem Alkohol entsagt, um sich durch Schlimmeres zu berauschen. Der Alkohol ist relativ einer der harmlosesten der dem Menschen zur Verfügung stehenden berauschenden Stoffe. Seine Verdrängung hat vielfach nur die Folge, dass andere gefährlichere Stoffe an seine Stelle treten, Cocain, Opium, Hanspräparate, Äther u. s. w. In den Vereinigten Staaten nimmt die Zahl der Opiumkonsumenten erschreckend zu. Vier Fünftel des eingeführten Opiums sollen zu nichtmedizinischen Zwecken verbraucht werden (Zur Alkoholfrage, S. 540). Es wurde Opium in die Vereinigten Staaten importiert:
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Jahr |
Pfund |
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1870 |
12,603 |
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1872 |
49,375 |
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1874 |
55,343 |
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1876 |
53,189 |
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1878 |
54,804 |
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1880 |
77,196 |
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1881 |
76,446 |
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1882 |
106,221 |
Eben, als Vorliegendes in Satz geht, macht eine Notiz die Runde durch die Presse, in der über die rapide Zunahme des Äthertrikens in Irland geklagt und dieselbe direkt als Folge der Temperenzagitation bezeichnet wird. Die Opiumesser und Äthertrinker gehören wohl auch zu jenen „zwanzig Millionen,“ die keinen Tropfen Alkohol berühren und deren beschämendes Beispiel den verkommenen Deutschen zur Nachahmung vorgeführt wird.
6. Im 33. Kapitel dieses Werk beschreibt Dickens eine Sitzung der oben genannten Temperenzgesellschaft. Mit köstlichem Humor persistiert er da die Methoden und Argumentationen der Temperenzler. Unter anderem lässt er einen Bericht über neuaufgenommene Konvertiten verlesen. Derselbe dürfte für jeden, Temperenzler ausgenommen, sehr amüsant zu lesen sein. Es heißt da, dass aufgenommen wurden:
„H. Walker, tailor, wife, and two children. When in better circumstances, owns to having been in the constant habit of drinking ale and beer; says he is not certain whether he did not twice a week, for twenty years, taste “dog’s nose,” which your committee find upon inquiry, to be compounded of warm porter, moist sugar, gin, and nutmeg (a groan, and ‘So it is!’ from an elderly female). Is now out of work and penniless; thinks it must be the porter (cheers) or the loss of the use of his right hand; is not certain which, but thinks it very likely that, if he had drunk nothing but water all his life, his fellow-workman would never have stuck a rusty needle in him, and thereby occasioned his accident (tremendous cheering). Has nothing but cold water to drink, and never feels thirsty (great applause).
“Betsy Martin, widow, one child, and one eye. Goes out charing and washing, by the day; never had more than one eye, but knows her mother drank bottled stout, and shouldn't wonder if that caused it (immense cheering). Thinks it not impossible that if she had always abstained from spirits she might have had two eyes by this time (tremendous applause). Used, at every place she went to, to have eighteen-pence a day, a pint of porter, and a glass of spirits; but since she became a member of the Brick Lane Branch, has always demanded three-and-sixpence (the announcement of this most interesting fact was received with deafening enthusiasm).”
Und so geht es fort. Zum Schluss tritt „Bruder“ Stiggins sternhagelvoll auf und erklärt die ganze Versammlung – für besoffen. Sie endet in gewaltigen Aufruhr.
Dickens kannte seine Pappenheimer.
7. Eduard Bernstein, Carlyle und die sozialpolitische Entwicklung Englands, Die neue Zeit, 1891. – 9. 1890&ldash;91, 1. Bd. (1891), H. 21, S.&nnsp;665–673, H. 22, S. 693‐701, H. 23, S. 729–736.
8. Natürlich spielt die religiöse Sektiererei in England eine größere Rolle als anderswo – das stammverwandte Amerika ausgenommen – weil auch die Religion dort eine größere Rolle spielt. Letztere Erscheinung erklärt sich, so paradox es scheinen mag, auch aus dem ökonomisch vorgeschrittenen Zustand Englands. Die „Spitzen der Gesellschaft,“ Hofadel, Finanzaristokratie und dergl., haben am frühesten in England ihre Periode des Unglaubens durchlaufen und sind am frühesten in die Kirchengläubigkeit zurückgesunken. Das Bürgertum aber ist in England frühzeitig eine Macht geworden, und der königliche Absolutismus ist dort schon zu einer Zeit gebrochen worden, als er im übrigen Europa erst seinen Gipfel erstieg; zu einer Zeit, als die religiösen Formen in den politischen Kämpfen noch eine große Rolle spielten. Die Religion ist daher dort nicht, wie auf dem Kontinent, zu einem ausschließlich dem Königtum botmäßigen Herrschaftsmittel geworden. Neben der Staatskirche hat sich ein starkes oppositionelles Dissentiertum erhalten, der Kampf gegen die herrschenden Klassen führte also keineswegs notwendigerweise, wie auf dem Kontinent, zu einem Kampf gegen die Religion; es hat noch keine oppositionelle Bewegung in England gegeben, der sich nicht Geistliche – die Geistliche blieben – rückhaltlos ausgeschlossen hätten.
9. Wie bei manchen Antivivisezierern, Antiimpflern etc. finden wir auch bei manchen Antialkoholikern eine große Ungeniertheit in Bezug auf Tatsachen. Ein Fall für viele. Ein Freund der „Neuen Zeit“ schreibt uns:
In Nr. 15 der „Neuen Zeit“, S. 486, führt Herr Dr. Ferdinand Simon als Beweis dafür, dass auch diejenigen, die in kalter rauer Luft leben, den Alkohol entbehren können, folgendes u. A. an: „Die österreichische Nordpolexpedition führte ebenfalls keinen Alkohol mit sich und die dabei gewonnenen Resultate bezüglich der Gesundheit der Mitglieder sind vortreffliche gewesen.“
Da diese Ausführung zu denen zu gehören scheint, die von einer Schrift über die Alkoholfrage in die andere unkontrolliert herübergenommen werden, so scheint es an der Zeit, nachzusehen, wie sich die Sache in Wirklichkeit verhalten hat. Ich entnehme dazu aus dem von dem Führer der Expedition, Julius Payer, verfassten Werke Die österreichisch-ungarische Nordpolexpedition in den Jahren 1872–74 folgende Stellen:
1) S. LXXVI, LXXVII. In der Einleitung bei der Frage der Polarausrüstungen heißt es: „Mäßiger Genuss geistiger Getränke ist sehr empfehlenswert, ihr Einfluss auf Gesundheit und Geselligkeit ist von großer Bedeutung ... Rum oder Cognac, besonders derjenige für Schlittenreisen, soll zur Ersparung des Gewichtes den größmöglichsten Alkoholgehalt besitzen; seine Verdünnung vor dem Genuss unterliegt keiner Schwierigkeit. (Die ausgelassenen Stellen beziehen sich auf die Schwierigkeit der Aufbewahrung von Wein, auf den Ersatz desselben durch „chemischen Wein“ und an Bord selbstgebrautes Bier.)
2) S. 75. „Dagegen erhielt ein Jeder eine Flasche Rum für die Dauer von 18 Tagen.“
3) S. 224. „Eine tägliche Ration Rum ist für eine längere Schlittenreise, besonders bei sehr tiefer Temperatur, fast unerlässlich; schon Franklin (1819) und John Ross (1829) erklärten sich dafür, wenn sie gleich der Ansicht waren, dass sein Genuss in der Zeit müßigen Lebens den Skorbut auf dem Schiffe befördere.“ O.L.
Wir trauten nicht unseren Augen, als uns vorstehender Brief zu Gesicht kam. Aber wir überzeugten uns, dass die erwähnten Stellen wirklich so lauten, wie angeben. Die „Tatsache,“ auf die sich Herr Dr. Simon stützt, ist also der Fälschung eines unskrupulösen Temperenzlergehirns entsprungen. Leider führt Herr Dr. Simon nicht die Quelle an, die ihn betrogen hat. Es ist daher unmöglich, den Ursprung der Fälschung zu eruieren. Sie reiht sich den von uns schon gekennzeichneten statistischen Leistungen der Herren v. Stern und Konsorten würdig an.
10. „Das Verfahren der Frauen bei diesem Kampfe gegen den Whisky bestand darin, dass sie zunächst große Temperance-Meetings im Freien und in den Kirchen abhielten, wo sie Gebete verrichtet und Reden gehalten, und von wo sie, Jung und Alt, unter Singen und Beten vor die Schankwirtschaften en masse zogen. Eine Deputation der Frauen tritt ein und ermahnt den Wirth, sein Geschäft einzustellen, die Anderen beharren indessen selbst bei bitter kalter Witterung knieend und betend auf den steinernen Stufen draußen, wo sie Jeden, der Miene macht einzutreten, von seinem Vorhaben abmahnen. Sie lagen von morgens früh bis spät in der Nacht vor den Wirtschaften, sie errichteten sogar ein geräumiges Zelt gegenüber der Thür der Schankwirtschaft, hielten daselbst Reden, Gebete und Gesinge ab, und wurde das Zelt von dieser Stelle durch Richterspruch entfernt, so stellten sie es einem andern Lokal gegenüber auf. Je größer der Widerstand der Wirte, desto größer war der Eifer und die Ausdauer der Frauen, die in den meisten Fällen im Staate Ohio den Sieg davontrugen.“ (Dr. Abraham Adolf Bär, Der Alkoholismus, Seine Verbreitung und Wirkung auf den Individuellen und Sozialen Organismus, Sowie die Mittel Ihn zu Bekämpfen. Berlin, 1878, S. : 586).
Zuletzt aktualisiert am 28. Oktober 2026